Das war unser April OD-MeetUp

April-Open Data MeetUp, Bild: M. Kaltenböck

Unser April Open Data MeetUp (21.4.2016, 17–19.00, @OCG) hat wiedermal eins bewiesen: Nicht die Quantität, sondern die Qualität macht’s! Wir hatten zwar wieder weniger Teilnehmer_innen, als beim März-Termin an der WU, dafür gestaltete sich der Abend so, wie ein MeetUp sich nur idealerweise entfalten kann.

OpenLaws, Clemens Wass

Den Anfang des Abends machte Clemens Wass, der sein Projekt OpenLaws vorstellte, mit dem er aktuell den Bereich der Rechtsinfomatik um ein wertvolles Tool erweitert. Während zahlreiche juristische Materialien wie Gesetzestexte ja bereits grundsätzlich online erhältlich sind, gab es bislang keine Möglichkeiten, auf die verschiedenen Sammlungen und Kataloge zentral zugreifen zu können. Unter anderem diese Problematik löst OpenLaws, das sich aus mehreren Open Data Quellen speist, wie etwa dem RIS (Rechtsinformationssystem des Bundes) und der EUR-Lex-Datenbank (Rechtsvorschriften der Europäischen Union).
Die zentrale Neuerung ist jedoch, dass die Inhalten in einer eigenen Benutzer_innen-Ansicht auch unterstrichen, kommentiert und in Sammlungen gespeichert werden können. Aktuell wird an Zusatzfunktionen gearbeitet, wie einer „Social Media Aggregation“ von Texthervorhebungen, wo man sich die am häufigsten gesetzten Hervorhebungen anzeigen lassen kann, sowie einer semantischen Analyse, um eine intelligentere Suche zu ermöglichen. Dabei bleibt der Nutzer_innen-Community stets eine Rolle als Korrektiv.
OpenLaws konnte insgesamt auf 2 Jahre 500.000,– an Förderungen lukrieren, was für den Aufbau des ambitionierten StartUp Projektes auch benötigt wurde. Den freien Zugang zu den Inhalten werde man über Querfinanzierung sichergestellt, so Clemens Wass, kostenpflichtig seinen Zusatzinformationen wie beispielsweise Monitoring-Funktionen, die vor allem von großen Firmen benötigt werden.
Die Klientel an Nutzer_innen der App hielt einige Überraschungen bereit, so werde OpenLaws sichtlich auch gerne von Polizisten, Fahrschulen und diversen Gutachtern benutzt.

Unigraph.rocks, Martin Linkov (Co-Founder Ingen.io)

Als zweiten Sprecher fand sich Martin Linkov ein, der extra für unseren Abend angereist kam, um sein (ebenfalls Odine-gefördertes) StartUp-Projekt Unigraph.rocks vorzustellen. Das ambitionierte Ziel des Projektes des Open Data-Enthusiasten ist eine Art der „Weltvermessung“, sein mehrfach betonter Grundsatz ist es, dass es nicht zu viel Information gibt, sondern dass sich die vorhandene Information nicht ausreichend filtern lässt. Seine These ist, dass sehr viel idente Informationen in verschiedenen Formen zu finden sind, die jedoch alle nicht miteinander verknüpft sind. Dieser Schwierigkeit begegnet Unigraph; Martin Linkov und sein Team sammeln und vereinheitlichen Informationen, um sie aggregiert und bereinigt wieder geben zu können.
Alles in allem wurde es schließlich technischer, als die Autorin des Beitrags wiederzugeben in der Lage ist: Daher an dieser Stelle eine herzliche Einladung an alle Anwesenden, sich in den Kommentaren mit Ergänzungen und Korrekturen auszutoben!

Für freundliche Erheiterung sorgte vor allem sein kleiner Sohn, dem der Vortrag irgendwann zu lang zu werde schien und der schließlich begann seinen Vater stimmlich zu untermalen und um seine Aufmerksamkeit zu bitten. Dass solche Unterbrechungen im bestehenden Rahmen für keinerlei Irritation zu sorgen schienen, unterstreicht einmal mehr das Klima, das bei diesen Treffen so besonders ist. Es sind Freunde unter Freunden.

Ein wichtiger Schritt zu mehr Umweltdemokratie, Rudolf Legat (IGU / Internationale Gesellschaft für Umweltschutz)

Mit einem sehr dichten Programm wartete schließlich Rudolf Legat auf, der es tatsächlich (beinahe) schaffte, 25 Jahre Umweltinformation in einen 15 Minuten-Vortrag zu packen! Diesmal als Vertreter der Internationalen Gesellschaft für Umweltschutz (IGU) vor Ort, begann seine Vortragsreise mit der Gründung der IGU im Jahr 1987 und dem Ziel Umweltdaten und Umweltinformation zu gewinnen und zu verbreiten und führte über die zahlreichen Stationen und Erfolge bis in die Gegenwart. Die Dichte an Information und die zahlreichen Links lassen sich in seinen Folien nachverfolgen, die er uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat:

Der wahre Charme eines MeetUps

Als Rudolf Legat beim ersten Showcase zum Thema OGD am Umweltbundesamt, nämlich der App Ozonwarnung (2011), angelangt war und den Bogen zur letzten entstandenen App Pegelalarm (2016) spannte, meldete sich eine Stimme aus dem Publikum: „Ich bin der Entwickler der App – und ich bin gerade sehr beeindruckt, dass das hier Erwähnung findet!“
Johannes Strassmayr erzählt kurz weiter, dass er aktuell versuche, für seine App Pegelalarm die Lizenzen der verschiedenen Datenquellen zu klären, und damit zu klären, „ob ich überhaupt machen darf, was ich mache..“ – was zu einer kurzen angeregten Diskussion (und Unterstützungszusagen der verschiedenen Anwesenden) führte, sowie einem spontanen Talk im Anschluss.
Da berichtete Johannes Strassmayr ein wenig darüber, was die aktuellen Schritte und Herausforderungen seinen, mit (s)einem StartUp in Planung. Dabei machte eine der wichtigsten Fragen den Anfang: Wie verdient man eigentlich Geld damit? Er erzählte auch von seinen Plänen, in weiterer Folge Nutzer_innen einzubinden, damit Anrainer_innen direkt Informationen ergänzen können, da die Erfahrungen der letzten großen Hochwasser-Tage wiedereinmal zeigten, dass Hilfskräfte immer wieder auch aufgrund von Fehlinformationen an falschen Orten landeten. Für ihn bedeute OpenData vor allem eins: Rechtssicherheit, mit der sich arbeiten lässt. Sobald Informationen als Open Data angeboten würden, sinkt die Sorge um Lizenzen und Verfügbarkeit um ein gewaltiges Stück und die eigene Arbeit kann ein Stück weit als „auf einer sicheren Seite“ angesehen werden.

Das bislang noch nicht obligate aber äußerst nette Bier im Anschluss brachte zur Abrundung noch einen Hinweis auf, die wir ebenfalls nicht vorenthalten möchten:

  • Das Free Code Camp („The aim of the organisation is to help participants practice coding, build their portfolios and help non profit organisations at the same time. They have a self paced open source curriculum and related resources at GitHub, which allows developers just learning to code to get four certifications. These are Front End Certification, Data Visualisation Certification, Back End Certification and Full Stack Certification. It is the only GitHub project with over 100,000 stars.„)
  • Businessmodelle mit und um Open Data waren ein sehr großes Thema an diesem Abend; dabei fand (neben Google, Streetmap und Co) auch Mapbox.com im Kontext Geodaten Erwähnung. Die Limitierungen kostenfreier Nutzung in all den Modellen wurden thematisiert, wie auch der Vergleich zu der Entwicklung der Open Source-Szene und ihr Weg in Geschäftsmodelle gezogen, der nun auch in der Open Data Szene angekommen ist. (um nur einen kleinen Auszug zu geben – auch hier gilt: Gerne in den Kommentaren ergänzen!)

Ein herzliches Danke an die rege Teilnahme an allen Gesprächen, den vielen Input und den freundschaftlichen Umgang, für den alle unsere Teilnehmer_innen gemeinsam gesorgt haben! Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten MeetUp Termin im Mai – und regen an, dass wir das Bier danach zum ebenfalls fixen Programmpunkt etablieren 😉

Besonderer Dank gilt an der Stelle noch der Österreichische Computer Gesellschaft (OCG), deren schöne Räumlichkeiten im Herzen Wiens (Wollzeile 1) wir nutzen durften und die uns dankenswerter Weise sogar mit einem kleinen Kühlschrank mit Getränken versorgte! Wir hoffen, bald wieder kommen zu dürfen 🙂

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